Drehbuch

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Drehbuch Filmlexikon

Was ist ein Drehbuch? Was heißt Drehbuch? Was bedeutet Drehbuch?

 

In einem Drehbuch findet man eine detaillierte Beschreibung des Films. Es werden Handlungen und Dialoge der Figuren angegeben und was in den einzelnen Szenen weiterhin noch zu sehen und zu hören ist. Optional werden auch Angaben gemacht, wie die Kamera das Geschehen einfangen soll. Es ist eine Art Konzept welches jedem Beteiligtem am Set vermittelt wann er wo welche Aufgaben zu erledigen hat und sie sozusagen leitet.

Drehbuch Facts

Ein Drehbuch ist in Szenen gegliedert, wobei ein Zeitsprung oder der Wechsel des Handlungsortes einen Szenenwechsel bedeuten. Neben der Überschrift wird jede Szene auch mit Orts- und Zeitangaben  versehen. Darauf folgt die Beschreibung der Figuren, benötigter Requisiten, Geräusche und Dialoge.

Erklärvideo zum Thema Drehbuch:

Wie schreibt man ein Drehbuch?

Ein Drehbuch dient als Vorlage für einen Film. Es beschreibt die Geschichte in Bildern und beinhaltet die Charaktere, Ausstattung, Licht- Wetterverhältnisse, Geräusche, Innen- oder Außenmotive. Es beschreibt das, was die Kamera sieht.

Der Autor muss in wenigen Sätzen formulieren können, worum es in seiner Geschichte geht, dann kann er anfangen.

Zuerst schreibt er ein Exposé, so bezeichnet man eine kurze Zusammenfassung der Idee für das Drehbuch. Das Exposé ist in der Regel zwei Seiten lang und es enthält keine Dialoge oder genaue Szenenbeschreibungen. Es hat ein Deckblatt. Das enthält Titel der Geschichte, Autor, Schlagzeile,  eine Zusammenfassung der Geschichte und einen Kurzinhalt.  Die Schlagzeile beschreibt die gesamte Handlung in einem Satz. Die Zusammenfassung der Geschichte besteht aus vier Sätzen. Was passiert als erstes?  Was geschieht danach? Wie endet die Geschichte? Worum geht es in dieser Geschichte? Auch wichtige Personen sollen nicht namentlich genannt werden, sondern sollen durch ihre Rolle in der Geschichte beschrieben werden. Im Kurzinhalt wird die Haupthandlung in 800-1000 Buchstaben geschildert. Rückblenden werden in der Vergangenheitsform geschrieben. Die Figuren werden in zwei kurzen Sätzen  beschrieben, der Charakter, aber auch wie sie aussehen und welche Kleidung sie tragen.

Das Drehbuch sollte in kurzen, klaren Sätzen und im Präsens geschrieben werden. Außerdem muss es Anweisungen für den Schauspieler, den Regisseur und die anderen an der Filmproduktion beteiligten Mitarbeiter enthalten.

Als erstes schreibt man die Rohfassung, dann folgt der Arbeitsgang, in dem Veränderungen an der Geschichte gemacht werden und zum Schluss kommt der Feinschliff. Von vorneherein sollte man sich im Klaren darüber sein, worauf sich Drehbücher überhaupt konzentrieren- das ist allem voran das Visuelle, das Sichtbare. Dialoge sind nur kurz und knapp. Drehbücher müssen Dialoge, Szenenbeschreibungen, Anmerkungen für die Regie und Bemerkungen über  Stimmung und Atomsphäre enthalten. Außerdem sollten sie immer 100 bis 120 Seiten haben, wenn der Film eine Länge von zwei Stunden hat. Das gilt als Richtlinie. Wenn der Autor das nicht einhält, sind sie entweder zu kurz oder zu lang.

Wichtig sind auch Szenenüberschriften. Sie beschreiben die Szenen, also  z.B GARTEN, DRAUßEN, TAG, also Drehort, Tageszeit, etc.

Direkt danach kommt so kurz wie möglich die Handlungsanweisung. Dann folgt der Dialog, er ist in zwei Teile aufgeteilt. Zuerst kommt der Name der Person die spricht in Großbuchstaben. Dann wird beschrieben in welchem Tonfall sie spricht z.B. ängstlich oder aufgeregt und anschließend kommt der Inhalt der Aussage, also was sie sagt.

Das Drehbuch bewegt sich immer in Richtung Auflösung der Geschichte.Es braucht Struktur, sonst hat es keinen Handlungsfaden und wird langweilig. Die Struktur ist also die Verbindung, die alles zusammen hält. Wichtig ist deswegen die Dramaturgie. Ein dramaturgisch geschickt aufgebautes Drehbuch hat einen Spannungsbogen, der die ganze Handlung zusammenhält und den Zuschauer des Films in seinen Bann zieht.

Wenn man ein Drehbuch schreibt, ist es auf jeden Fall  wichtig, sich einen Zeitplan aufzustellen. Wenn man diesen dann einhält kommt, man schnell an sein Ziel. Es ist wichtig sich einfach erst einmal hinzusetzten und anzufangen. Selbst wenn man nur einen Absatz für den Anfang schreibt. Die Selbstmotivation spielt auch eine große Rolle.

Inhalt:

Um ein Drehbuch anzufangen, braucht man als aller erstes ein Thema – ist es eine Lovestory, eine Action-, Abenteuer- oder Horrorstory?

Dann denkt man sich die Handlung aus und überlegt, wer die Hauptfigur ist. Die Geschichte sollte im wichtigsten Augenblick im Leben der Hauptfigur beginnen. Man muss auch seine Idee strukturieren. Anfang, Schluss, erster Plot Point, zweiter Plot Point. Unter dem Plot Point versteht man eine überraschende Wende oder eine überraschendes Geschehen im Laufe einer Handlung. Das heißt in der Geschichte geschieht etwas womit der Leser und der Protagonist nicht gerechnet hätten.

Danach erstellt man Biographien der Charaktere.

Ein Drehbuch besteht aus drei Akten. Der erste Akt ist das Setup.

Im zweiten Akt kommt eine Konfrontation und im dritten Akt dann endlich die Auflösung der Geschichte.

Im ersten Akt geschieht ein Ereignis, das die Handlung in eine bestimmte Richtung steuert. Dann folgt der zweite Akt, der vom ersten Plot Point bis zum zweiten Plot Point reicht.

In diesem Block wird die Hauptfigur mit Konflikten und Hindernissen konfrontiert. Zu guter Letzt reicht der letzte Akt vom zweiten Plot Point bis zum Schluss. Der Sinn des Plot Point ist es, die Geschichte voran zu treiben. Die Story beginnt also mit einem sehr wichtigen Moment aus dem Leben des Hauptcharakters. Das Leben wird der Figur auf jeden Fall nicht leicht gemacht. Man muss es ihr unmöglich machen, ihr Ziel zu erreichen. Jede Geschichte braucht einen Konflikt, sowohl psychisch als auch emotional, und es braucht Bösewichte oder innere Dämonen. Das können Seuchen sein, plötzlich auftauchende Fremde, aber auch die eigenen Kinder, die Ehefrau oder Nachbar. Sie schlagen zu wenn man es am wenigsten erwartet. Oder es sind die Geister der Vergangenheit, die ihren Charakter plötzlich nach vielen Jahren einholen.

Es gibt meist vier Charaktertypen in jeder Geschichte.

Charaktere sind der zentrale Punkt jedes Drehbuchs. Von ihnen hängt die ganze Geschichte ab. Sie sollten immer die Oberhand haben und den Plot steuern, dann wird es ein lebendiges Drehbuch. Die Hauptfigur sollte nicht von Anfang ein Held sein, sie möchte etwas Bestimmtes erreichen, sie braucht außerdem eine Leidenschaft und Schwächen, erst dann wird sie menschlich. Klischees sollten keinen Platz in dem Drehbuch finden.

Jede Geschichte braucht einen Schurken der die Handlung zu einer Katastrophe führt. Er durchkreuzt die Absichten und Pläne der Hauptfigur. Ein Drehbuch braucht immer Konflikte um voran zu kommen. Der Schurke muss also genauso sorgfältig entwickelt werden, wie der Hauptcharakter. Es kann auch noch den besten Kumpel der Hauptfigur geben. Dieser kann z.B. über die Hintergründe einer Story aufklären  oder es kann sich herausstellen, dass er am Ende der Bösewicht ist. Außerdem kann es noch eine Geliebte geben, die auch manchmal sterben muss um das Dramatische in der Geschichte anzuregen.

Nun kommt der zweite Schritt: Die Gliederung des ersten Akts. Dieser besteht aus 30 Seiten und  ist eine Einführung in die Geschichte, deshalb muss er klar gestaltet werden.

Auf den ersten zehn Seiten soll klar gestellt werden: Wer ist die Hauptfigur ist? Worum geht es in der Geschichte? Was ist die dramatische Konstellation? Wie ist die Anfangsszene und wo findet sie statt? Was macht die Hauptfigur? Wo ist sie?

Man hat nur zehn Seiten zur Verfügung. Daher sollten sie klar angelegt werden:

Auf den zweiten Zehn Seiten muss sich ganz auf die Hauptperson und auf die dramatische Absicht konzentriert werden. Sie muss aktiv werden und in jeder Szene vorkommen und Entscheidungen fällen. In den dritten zehn Seiten kommt der erste Plot Point. Dieser wird ausführlich beschrieben. Der zweite Akt ist eine dramatische Handlungseinheit. Er ist 60 Seiten lang und wird von einer Konfrontation bestimmt. Der zweite Akt besteht aus zwei Hälften. In diesen Blöcken findet eine dramatische Handlung statt. Dazwischen befindet sich der zentrale Punkt, eine Konfrontation. In der zweiten Hälfe kommt dann der zweite Plot Point. Welcher Kontext hält alles zusammen? Wenn die dramatischen Kontexte für jede Hälfte festgelegt wurden, kann man die Handlungslinie planen. Der Kontext hält die Geschehnisse und den Inhalt der Geschichte zusammen. Im zweiten Akt geht es darum, dass die Hauptfigur Hindernisse überwinden muss, die sie daran hindern ihr Ziel zureichen. Es sollte nicht zu viel beschrieben werden. Im zweiten Akt ist auch der zentrale Punkt vorhanden. Er findet bei der Hälfte des Akts statt. Dann kommt der zweite Plot Point am Ende des Akts. Im dritten Akt findet nun die Auflösung der ganzen Geschichte statt. Bevor man anfängt muss man die Schlüsselszene finden, die alles verbindet.

Insgesamt gibt es sehr viele Themen für ein interessantes Drehbuch. Man findet sie im Alltag, in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder in der Familie. Geschichten, mit denen man sich identifizieren kann.

 

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