Technik für den Livestream: Was Sie wirklich brauchen
Der erste Livestream ist sorgfältig geplant, die Inhalte sind vorbereitet und der Termin wurde breit kommuniziert. Und dann: das Bild ruckelt, der Ton klingt wie aus einer Blechdose und nach fünf Minuten springen die ersten Zuschauer ab. Viele unterschätzen, dass nicht nur das Thema oder die Moderation über den ersten Eindruck entscheidet, sondern auch die Technik des Livestreams.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Technik für Livestreams wirklich gebraucht wird, egal ob Sie zum ersten Mal live gehen oder Ihr bestehendes Setup professionalisieren möchten. Sie bekommen außerdem einen realistischen Überblick über die verschiedenen Kosten und erfahren, wann es sich lohnt, Technik zu kaufen oder lieber zu mieten.
Inhalt
- Warum die richtige Technik den Erfolg ausmacht
- Diese 5 Geräte sind das Herzstück jeder Livestream Technik
- Software für den Livestream: Was Sie wissen müssen, bevor Sie starten
- Kosten von professioneller Livestream Technik
- Internetverbindung für den Livestream: Was reicht, was nicht?
- Technik für Livestreams kaufen, mieten oder leihen?
- Fazit
Warum die richtige Technik den Erfolg ausmacht
Wer schon einmal einen Livestream gesehen hat, bei dem das Bild ruckelt, der Sprecher kaum zu verstehen ist oder das Licht so schlecht ist, dass man kaum erkennt, wer da spricht, der weiß: Man verlässt den Stream. Nicht weil der Inhalt schlecht ist, sondern weil schlechte Technik das Vertrauen in die Professionalität des Formats untergräbt – bevor der eigentliche Inhalt überhaupt eine Chance hatte.
Bild und Ton spielen dabei gleichwertig zusammen. Ein verwackeltes, pixeliges Bild wirkt genauso unprofessionell wie ein Mikrofon, das rauscht oder hallt. Zuschauer verzeihen inhaltliche Fehler schneller als technische, weil schlechte Technik signalisiert: Hier wurde nicht vorbereitet. Dieses Signal möchte kein Unternehmen senden.
Gute Technik für Livestreams gibt Ihnen außerdem Handlungssicherheit. Wenn Sie wissen, dass Kamera, Mikrofon und Verbindung stabil laufen, können Sie sich vollständig auf die Moderation, auf die Inhalte und vor allem auf Ihre Zuschauer konzentrieren. Technik, die Sie während des Streams beschäftigt, kostet Sie genau die Aufmerksamkeit, die eigentlich Ihrem Publikum gehört.
Mehr als die Hälfte der Zuschauer bricht Streams mit schlechter Qualität nach 90 Sekunden oder weniger ab – schlechte Technik kostet also nicht nur Aufmerksamkeit, sondern sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass Mitarbeitende oder Kunden den Stream verlassen, bevor die eigentliche Botschaft angekommen ist.
Diese 5 Geräte sind das Herzstück jeder Livestream Technik
Die richtige Ausrüstung für Livestreams lässt sich auf fünf Kernkomponenten reduzieren. Alles andere kann als Erweiterung oder Komfort angesehen werden. Wer diese fünf richtig wählt und aufeinander abstimmt, hat bereits ein solides Setup in der Hand.
Kamera: Systemkamera, Webcam oder Smartphone – was passt zu Ihnen?
Die Kamera ist das, was Ihre Zuschauer sehen, und Sie müssen dafür nicht unbedingt Tausende Euro ausgeben. Eine Logitech C920 liefert Full-HD-Bilder für unter 70 Euro und ist dabei so unkompliziert wie ein USB-Stick. Wer mehr Bildqualität möchte, kombiniert eine Systemkamera wie die Sony ZV-E10 mit einer Capture Card. Das kostet zwischen 800 und 1.000 Euro, produziert aber DSLR-Qualität direkt im Stream. Wichtig dabei: Die Kamera muss einen Clean-HDMI Ausgang bieten, also ein Signal ohne Menüüberlagerungen. Nicht jede Systemkamera liefert das von Haus aus.
Für spontane Live-Momente ist das Smartphone oft die schnellste Lösung. Mit Apps wie Streamlabs Mobile oder Larix Broadcaster ist man in Minuten live, und die Bildqualität moderner Flaggschiff-Phones ist dabei erstaunlich gut.
Mikrofon & Audio-Interface: Schlechter Ton ist kein kleines Detail
Den Unterschied zwischen einem Laptop-Mikrofon und einem ordentlichen USB-Mikrofon hört man direkt. Für den Einstieg reicht das Elgato Wave 3 für rund 130 Euro, das bereits einen integrierten Mixer mitbringt. Wer Broadcast-Qualität anstrebt, kombiniert das Shure SM7B mit einem Audio-Interface wie dem GoXLR Mini, was zusammen rund 450 bis 600 Euro kostet.
Ein Audio-Interface ist sinnvoll, sobald Sie ein XLR-Mikrofon einsetzen. Es wandelt das analoge Signal in ein digitales um und ermöglicht präzise Pegelanpassungen sowie die Einbindung mehrerer Audioquellen gleichzeitig. Wer sich mit der Auswahl des richtigen Mikrofons nicht selbst beschäftigen möchte, ist bei muthmedia gut aufgehoben – als erfahrenes Produktionsteam übernehmen wir die komplette Technikauswahl.
Stativ, Gimbal & Licht: Stabile Bilder und professionelle Ausleuchtung
Ein wackelndes Bild wirkt unprofessionell, selbst wenn die Kamera hochwertig ist. Für Streaming am Desktop löst ein einfaches Tischstativ für unter 20 Euro das Problem zuverlässig. Wer mobil filmt, greift zum Gimbal als motorisiertem Bildstabilisator.
Licht wird von Einsteigern am häufigsten unterschätzt. Ein einfaches Ringlicht für unter 40 Euro verbessert das Erscheinungsbild bereits spürbar. Wer mehr möchte, setzt auf das Elgato Key Light für rund 130 Euro mit Steuerung per App und gleichmäßiger, farbkorrekter Ausleuchtung.
Computer & Capture Card: Die Schaltzentrale Ihres Setups
Der Computer verarbeitet alle Eingaben und schickt den fertigen Stream an die Plattform. Für einfache Livestreams reicht ein moderner Mittelklasse-Rechner mit mindestens 16 GB RAM. Wer mehrere Kameraquellen gleichzeitig nutzt oder in hoher Auflösung streamt, sollte zusätzlich auf eine dedizierte Grafikkarte setzen.
Wer eine Systemkamera einbinden möchte, braucht außerdem eine Capture Card. Sie nimmt das HDMI-Signal der Kamera entgegen und macht es für den Computer nutzbar. Zuverlässige Modelle wie die Elgato Cam Link 4K sind bereits ab rund 130 Euro erhältlich.
Internetverbindung: Ohne stabile Leitung nützt das beste Equipment nichts
Eine schlechte Internetverbindung kann das beste Equipment zunichtemachen – egal wie hochwertig Kamera und Mikrofon sind. Welche Geschwindigkeit Sie konkret brauchen und worauf Sie bei der Verbindung achten sollten, erfahren Sie in einem späteren Abschnitt.
Software für den Livestream: Was Sie wissen müssen, bevor Sie starten
Hardware allein reicht nicht. Was aus den Bildern und Tönen Ihrer Geräte einen fertigen Stream macht, ist die Streaming-Software. Sie verbindet alle Eingabequellen, fügt Overlays und Grafiken hinzu, regelt die Ausgabe an Plattformen und gibt Ihnen die Kontrolle über alles, was Ihre Zuschauer sehen.
OBS, Streamlabs & Co.: Die 3 wichtigsten Streaming-Programme im Vergleich
OBS Studio ist die erste Wahl für alle, die volle Kontrolle ohne Kosten wollen. Die Software ist kostenlos, Open Source und mit nahezu jeder Streaming-Plattform kompatibel. Sie ist dabei nicht übermäßig intuitiv für absolute Einsteiger, aber dank einer riesigen Community und unzähligen Tutorials schnell erlernbar. OBS ist außerdem deutlich ressourcenschonender als viele Alternativen, was besonders auf älteren oder mittleren Rechnern einen Unterschied macht.
Streamlabs Desktop baut auf OBS auf, fügt aber eine benutzerfreundlichere Oberfläche, integrierte Alert-Systeme für Zuschauernachrichten und eine Bibliothek fertiger Stream-Overlays hinzu. Es ist die beliebteste Wahl unter Gaming-Streamern auf Twitch und YouTube. Der Nachteil: Es läuft nach Nutzermeinungen etwas schwerfälliger als das Basis-OBS und enthält Funktionen, die man je nach Einsatzzweck nicht braucht.
vMix ist die professionelle Lösung für anspruchsvollere Produktionen. Es unterstützt mehrere Kameras, ermöglicht virtuelle Schnittmischung in Echtzeit und bietet Funktionen, die sonst nur in Broadcast-Studios zu finden sind. Die Software ist kostenpflichtig, die Preise beginnen bei rund 60 Euro für die Basisversion und reichen bis zu einmalig rund 1.200 Euro für die Full-Version. Für Unternehmenskommunikation, Konferenzen und Events mit hohem Produktionsanspruch ist vMix eine ernsthafte Option.
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Live Streaming ProduktseiteKosten von professioneller Livestream Technik
Diese Frage lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, weil es schlicht auf den Anwendungsfall ankommt. Wer regelmäßig als Creator auf YouTube oder Twitch streamt, hat andere Anforderungen als ein Unternehmen, das eine Jahrestagung überträgt.
Für den Einstieg reicht ein Budget von rund 160 bis 300 Euro. Damit bekommen Sie ein USB-Mikrofon, eine ordentliche Webcam, ein Ringlicht und OBS als kostenlose Software. Das ist zwar kein Broadcasting-Studio, aber ein durchaus vorzeigbares Setup für Webinare oder einfache Livestreams auf Social-Media.
Ein Mid-Level-Setup für Content Creator oder regelmäßige Business-Livestreams liegt bei 500 bis 1.500 Euro. Hier kommen Elgato-Leuchten, ein besseres Mikrofon mit Audio-Interface und eventuell eine Systemkamera mit Capture Card hinzu. Wer professionelle Produktionen plant oder Events mit mehreren Kameras überträgt, rechnet mit 1.000 bis 3.000 Euro für das eigene Equipment.
Bei fremdproduzierten Livestreams, also wenn Sie eine Agentur oder ein Produktionsteam beauftragen, beginnen die Kosten bei etwa 1.000 bis 1.500 Euro für einfache Formate. Typische Produktionen für Events, Konferenzen oder hybride Veranstaltungen bewegen sich zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Bei mehrtägigen Messen oder aufwendigen Studio-Livestreams sind auch 30.000 Euro und mehr möglich. Wer nicht selbst in Equipment investieren möchte, kann die vollständige Produktion auch an muthmedia übergeben – von der Technik bis zum Management des Streams, alles aus einer Hand.
Internetverbindung für den Livestream: Was reicht, was nicht?
Hier irren sich viele: Es kommt beim Livestream nicht auf die Download-, sondern auf die Upload-Geschwindigkeit an. Auch bei Unternehmensnetzwerken lohnt es sich, den tatsächlichen Upload-Wert vorab zu prüfen – denn nicht jeder Büroanschluss ist automatisch für Streaming ausgelegt.
Als Faustformel gilt: Für einen Livestream in 720p benötigen Sie mindestens 5 Mbit/s Upload. Für Full HD (1080p) sind es rund 10 Mbit/s, und für 4K sollten Sie 25 Mbit/s und mehr einplanen. Dabei empfiehlt sich, immer einen Puffer zu lassen. Aus den Erfahrungen unserer Produktionen raten wir Ihnen allerdings dazu, nur rund 75 Prozent des verfügbaren Uploads für den Stream zu nutzen, um Schwankungen im Netz aufzufangen. Somit bleibt auch über längeren Zeitraum die Qualität gleich.
Noch wichtiger als die Geschwindigkeit an sich ist die Stabilität. Eine schwankende Verbindung mit durchschnittlich 50 Mbit/s ist für Streaming schlechter geeignet als eine konstante Leitung mit 20 Mbit/s. Wo möglich, sollte eine LAN-Verbindung bevorzugt werden, weil WLAN stärker schwanken kann. Für mobiles Streaming oder Produktionen an fremden Locations empfehlen sich LTE-Router als Backup, damit der Stream nicht abbricht, wenn das Netzwerk am Veranstaltungsort einbricht.
Technik für Livestreams kaufen, mieten oder leihen?
Diese Entscheidung hängt vor allem von der Häufigkeit ab, mit der Sie live gehen. Wer einmal im Jahr einen großen Unternehmensevent streamt, kommt mit gemietem Equipment und einem gebuchten Dienstleister oft günstiger weg, als alles selbst anzuschaffen und zwischenzeitlich einzulagern. Gerade für einmalige Events oder besondere Formate lohnt es sich, mit einem erfahrenen Partner zusammenzuarbeiten: Technik, Aufbau und Betreuung kommen aus einer Hand – ohne den Aufwand, sich selbst um Ausrüstung und Konfiguration kümmern zu müssen.
Benötigen Sie Unterstützung bei der Planung und Durchführung? Gerne beraten wir Sie kostenlos und unverbindlich zu Ihrem Livestreaming-Projekt.
Kaufen lohnt sich, wenn Sie regelmäßig und eigenständig produzieren möchten, also mindestens ein- bis zweimal pro Monat live gehen. Kamera, Mikrofon und Basisequipment amortisieren sich dabei innerhalb weniger Monate. Auf lange Sicht gesehen ist die Anschaffung eigener Streaming-Hardware die kostengünstigere Variante.
Mieten oder leihen empfiehlt sich für einmalige oder seltene Einsätze, für Produktionen mit hohem Qualitätsanspruch, den das eigene Equipment nicht erfüllen kann, oder wenn spezielle Technik für Live-Übertragungen gebraucht wird, die man nur selten einsetzt. Wer nicht in eigene Hardware investieren will, kann alternativ auch einen vollständigen Livestream-Service buchen, bei dem Technik und Produktion als Paket kommen.
Fazit
Gute Technik für den Livestream muss kein Vermögen kosten und kein Ingenieursstudium erfordern. Wer mit dem richtigen Mikrofon, einer stabilen Kamera und einer zuverlässigen Verbindung startet, hat bereits die Grundlage für einen professionellen Stream. Mit wachsender Erfahrung und zunehmendem Einsatz lässt sich das Streaming-Setup dann gezielt ausbauen. Und wer wenig Aufwand will oder nur selten live geht, für den sind Mietlösungen und Komplettservices oft die smartere Wahl. Entscheidend ist: Fangen Sie an. Ein mittelguter Stream, der regelmäßig stattfindet, schlägt den perfekten Stream, der nie erscheint.
FAQ zum Thema Technik für Livestreams
Was brauche ich mindestens, um einen Livestream zu starten?
Für den Einstieg reichen eine Webcam, ein USB-Mikrofon, eine stabile Internetverbindung mit mindestens 10 Mbit/s Upload und eine kostenlose Streaming-Software wie OBS Studio. Mehr braucht es technisch gesehen nicht, um live zu gehen.
Wie viel Upload-Geschwindigkeit brauche ich für einen stabilen Livestream?
Für Full HD (1080p) sollten Sie mindestens 10 Mbit/s Upload einplanen, für 720p reichen rund 5 Mbit/s. Wichtiger als der Spitzenwert ist dabei die Stabilität der Leitung. Streamen Sie wenn möglich immer per LAN-Kabel statt über WLAN.
Kann ich mit dem Smartphone professionell live streamen?
Ja, für viele Formate ist das Smartphone eine vollwertige Option. Mit Apps wie Streamlabs Mobile oder Larix Broadcaster sind Sie in wenigen Minuten live. Für spontane Inhalte oder mobiles Streamen ist es oft die schnellste und praktischste Lösung. Für professionellere Lösungen empfehlen wir höherwertigeres Equipment.
Was ist der Unterschied zwischen OBS und Streamlabs?
OBS Studio ist kostenlos, schlank und ressourcenschonend, dafür etwas weniger intuitiv für Einsteiger. Streamlabs baut auf OBS auf und bietet eine benutzerfreundlichere Oberfläche sowie integrierte Funktionen wie Alerts und Overlays, läuft aber etwas schwerfälliger. Für die meisten Anwendungsfälle ist OBS die solidere Wahl.
Lohnt es sich, Livestream-Technik zu mieten statt zu kaufen?
Das hängt von der Häufigkeit ab. Wer nur ein- oder zweimal im Jahr live geht, fährt mit gemieteter Technik oder einem gebuchten Dienstleister oft günstiger. Wenn oft gestreamt wird, lohnt sich eigenes Equipment mehr.
Nina ist Head of Communications bei muthmedia und bringt seit 2019 ihre langjährige Erfahrung aus der redaktionellen Arbeit in das Unternehmen ein. Durch die strategische Konzeption von Kundenprojekten in den Bereichen Video, Podcast und Online-Marketing ist sie tief in den Themen verwurzelt und verfügt über fundierte Markt-Expertise. Diese praxisnahen Einblicke lässt sie heute direkt in ihre Blogartikel für muthmedia einfließen.
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