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Art. 50 EU AI Act: Die neuen KI-Kennzeichnungspflichten 2026

9 Min. Lesezeit

Der Einsatz von KI-Tools hat für viele Unternehmen eine völlig neue Ära Effizienz eingeleitet: von der rasend schnellen Textgenerierung über die Erzeugung eindrucksvoller Grafiken und Videos bis hin zu KI-gesteuerten Chatbots, die den (menschlichen) Kundensupport erheblich entlasten. Wahrscheinlich setzen auch Sie in Ihrem Unternehmen täglich künstliche Intelligenz ein. 

Doch in Kürze könnten sich die Zeiten ändern, denn schon ab dem 2. August 2026 werden die in Art. 50 EU AI Act geforderten Transparenzpflichten anwendbar. Damit gilt eine kontextabhängige Kennzeichnungspflicht, an die sich Ihr Unternehmen halten muss, um empfindliche Strafen zu vermeiden. 

Erfahren Sie in diesem Artikel alles, was Sie zum Art. 50 EU AI Act wissen müssen: begonnen beim nun ablaufenden Übergangszeitraum über Anforderungen, Leitfäden und drohende Strafen bis hin zu einer einfachen KI-Compliance-Strategie, mit der Sie den ganzen Ärger vermeiden und KI weiterhin effektiv für sich einsetzen. 

Art. 50 EU AI Act wird anwendbar

Wie bereits geschrieben, werden die im EU AI Act formulierten Transparenzpflichten am 2. August 2026 anwendbar. Formell verabschiedet wurde der EU AI Act zwar schon im Sommer 2024, wird allerdings schrittweise bzw. gestaffelt angewendet. Unternehmen hatten daher in der Theorie bereits 2 Jahre Zeit, sich den Gesetzestext in Ruhe anzuschauen und ihre Vorkehrungen im Hinblick auf die Transparenzrichtlinien zu treffen. 

In der Praxis hatten viele Unternehmen aber wahrscheinlich andere (umsatzrelevantere) Prioritäten als bei einer Tasse Tee gemütlich EU-Verordnungen zu studieren und sind an der Stelle sicherlich ganz froh, in diesem Artikel alles Wissenswerte kompakt zusammengefasst zu haben.

Wer ist von Art. 50 betroffen?

Betroffen von Art. 50 sind übrigens nicht nur die Unternehmen, die KI etwa zur Inhaltsgenerierung für Dritte bzw. die Öffentlichkeit (KI-Inhalte, die nur intern verwendet werden, sind in der Regel nicht kennzeichnungspflichtig) oder Kundenbetreuung nutzen, sondern auch die Anbieter der KI-Tools selbst. 

Während Sie als Unternehmen gefordert sind, sowohl KI-Content als auch den Einsatz von KI in der Interaktion mit Kunden (z. B. im Rahmen von Chatbots) eindeutig zu kennzeichnen (wie das im Detail abläuft, erfahren Sie noch weiter unten in diesem Artikel), sind die Entwickler von KI-Tools und -Plattformen angehalten, entsprechende Transparenz– und Kennzeichnungsmechanismen (etwa über spezielle Funktionen) bereitzustellen.  

RolleBetroffene Industrien (Beispiele)Hauptverantwortung nach Art. 50
Anbieter (System-Urheber)- Softwareentwickler für generative KI
- Tech-Plattformen mit eigenen LLMs
- Entwickler von Bild- und Videosynthese-Tools
- Compliance by Design: Integration technischer Kennzeichnungsfunktionen in die Software.
- Metadaten-Bereitstellung: Sicherstellung, dass Ausgaben maschinenlesbare Infos (z. B. C2PA) enthalten.
Betreiber (Anwenderunternehmen)- Marketing- und Werbeagenturen
- Medienhäuser, Verlage und Redaktionen
- E-Commerce-Unternehmen mit Kundensupport
- Offenlegungspflicht: Kennzeichnung von KI-Content gegenüber Endnutzern (z. B. Labels bei Deepfakes).
- Nutzer-Info: Unmissverständlicher Hinweis bei Interaktion mit Chatbots im Kundendialog.

Welche Strafen drohen bei Nichteinhaltung?

Artikel 50 zu ignorieren und KI-Inhalte weiterhin ungekennzeichnet zu verwenden, kann übrigens kostspielig werden, denn die möglichen Bußgelder haben es wirklich in sich und können bis zu 15 Mio. € oder 3 % Ihres weltweiten Jahresumsatzes (bezogen auf das jeweils vorherige Geschäftsjahr) betragen. Eine stattliche Summe Geld, die Sie an anderer Stelle sicherlich besser verwenden können.

Was Sie nun tun müssen

Zunächst einmal müssen Sie dafür sorgen, dass… 

  • KI-Systeme, die zur Interaktion mit Menschen eingesetzt werden (z. B. Chatbots), 
  • KI-generierte Inhalte, die als „Deepfakes“ einzustufen sind 
  • sowie Inhalte, die für den Betrachter nicht ohne Weiteres als künstlich erkennbar sind 

…für Menschen klar erkennbar sind. Dies gelingt etwa über entsprechende Labels, Wasserzeichen oder Schriftzüge. Beachten Sie diesbezüglich auch, dass die Hinweise barrierefrei gestaltet werden müssen, beispielsweise durch den Einsatz Screenreader-tauglicher Symbole oder Audiobeschreibungen. Zudem empfiehlt es sich, entsprechende Metadaten zu hinterlegen, sodass sich der Ursprung auch maschinell zurückverfolgen lässt. 

Viele Anbieter von KI-Tools und KI-Plattformen verfügen bereits über entsprechende Funktionen. Es liegt jedoch in Ihrer Verantwortung zu prüfen, ob diese Informationen beim Datenexport weiterhin vorhanden sind. Sie sollten also vor jeder Veröffentlichung (zum Beispiel auf Ihrer Website oder in den sozialen Medien) genau hinschauen, ob alle geforderten Hinweise auch wirklich vorhanden sind. 

Weitere Informationen dazu, wie die Hinweise genau eingebaut werden müssen, erhalten Sie etwa beim European AI Office, das Leitfäden zur Umsetzung erstellt. Hier können Sie beispielsweise die zweite Version des „Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content“ herunterladen. Achtung: Der „Code of Practice“ befindet sich zurzeit noch im Aufbau und ist noch nicht final verbindlich. 

Besonderheiten bei Deepfakes

In der Filmproduktion und der darstellenden Kunst gibt es spezielle Ausnahmen (nicht explizit so im Gesetz formuliert, aber sie ergeben sich aus dem Kontext sowie aus Grundrechten wie der Kunstfreiheit), damit der kreative Prozess nicht durch strenge Vorgaben eingeschränkt wird. Bei offensichtlich künstlerischen oder satirischen Werken darf die Kennzeichnung so dezent erfolgen, dass das Erlebnis nicht gestört wird. Ein Beispiel ist die digitale Verjüngung eines Schauspielers in einem Spielfilm: In der Regel reicht ein Hinweis im Abspann, permanente Einblendungen sind nicht nötig. 

Anders sieht es bei Inhalten aus, die reale Personen in Situationen zeigen, die nie stattgefunden haben, zum Beispiel eine gefälschte Rede eines Politikers. Hier muss das Unternehmen sicherstellen, dass die Manipulation für das Publikum sofort und eindeutig erkennbar ist, um Desinformation zu verhindern. Die Abgrenzung zwischen geschützter Kunst und kennzeichnungspflichtiger Manipulation ist oft schwierig und erfordert eine genaue Dokumentation der kreativen Entscheidung. 

Wie Sie Geldstrafen vermeiden: eine KI-Compliance-Strategie

Um Verstöße gegen Artikel 50 des EU AI Acts zu vermeiden, empfehlen wir folgendes Vorgehen: 

  1. Erfassen: Erfassen Sie zunächst einmal sämtliche KI-Tools (von Fremdanbietern sowie auch interne Tools) und -Plattformen (z. B. ChatGPT, Midjourney etc.), die in Ihrem Unternehmen verwendet werden. 
  2. Festlegen: Legen Sie nun klare Abläufe fest, um die entsprechenden Inhalte zu markieren. Dazu gehören etwa Labels und Schriftzüge, die der menschliche Nutzer sofort und unmissverständlich erkennen kann, sowie auch entsprechende Meta-Daten, die beim Export der Dateien nicht verlorengehen dürfen. 
  3. Festhalten: Halten Sie Abläufe auch in ihren internen Redaktionsrichtlinien sowie Verträgen mit Freelancern fest, um die Einhaltung dauerhaft und lückenlos zu gewährleisten. 
  4. Protokollieren: Empfehlenswert ist es zudem, alle Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften zu protokollieren, um sie im Bedarfsfall sofort zweifelsfrei nachweisen zu können. 
Wenn Sie diesen Aufwand nicht intern abbilden möchten, können Sie Ihre KI-gestützten Inhalte auch direkt von muthmedia produzieren lassen, wir integrieren alle Anforderungen von Anfang an rechtskonform in Ihren Content.

Der aktuelle Status der Praxisleitfäden (Stand April 2026)

Das EU AI Office koordiniert die technischen Normen und erstellt dazu detaillierte Praxisleitfäden. Am 30. März 2026 endete die Konsultationsphase für den zweiten Entwurf, in der viele Unternehmen ihre Erfahrungen zur praktischen Umsetzung eingebracht haben.

Die Leitfäden geben der Branche Orientierung und legen genau fest, wie Wasserzeichen und Warnhinweise eingesetzt werden sollen. Mit der finalen Veröffentlichung im Juni 2026 erhalten Unternehmen die verbindliche Grundlage für ihre technischen Anpassungen vor Inkrafttreten der Vorschriften. Deshalb ist es wichtig, diese Entwicklungen im Blick zu behalten, denn die Einhaltung der Leitfäden erleichtert die Konformitätsprüfung gegenüber den Aufsichtsbehörden.

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KI-Compliance-Strategie: Schritte zur Umsetzung

Ein klarer Vorbereitungsprozess hilft Unternehmen, rechtliche Risiken zu vermeiden. Bis August 2026 sollten folgende Schritte umgesetzt werden:

  • Software-Audit: Erfassung aller eingesetzten KI-Tools, zum Beispiel ChatGPT, Midjourney oder interne Systeme, und Prüfung, ob Kennzeichnungspflichten bestehen.
  • Workflow-Optimierung: Festlegung klarer Abläufe für die Kennzeichnung von KI-Inhalten, etwa durch automatische Hinweise unter Artikeln, Labels bei Social-Media-Posts oder Metadaten im Export.
  • Anpassung der Statuten: Aktualisierung von Redaktionsrichtlinien und Verträgen mit Freelancern, um die Verantwortlichkeiten für die Kennzeichnung eindeutig zu regeln.
  • Lückenlose Dokumentation: Protokollierung aller Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften als Nachweis gegenüber den Aufsichtsbehörden und zur Vermeidung von Bußgeldern von bis zu 7 % des Jahresumsatzes.

Fazit zu Artikel 50 EU AI Act

Der Art. 50 EU AI Act wird einiges verändern. Unternehmen können weiterhin das Potenzial KI-generierter Inhalte nutzen, müssen das Thema Transparenz nun aber zu einer echten Priorität machen und entsprechende Abläufe schaffen, um schmerzhafte Bußgelder zu vermeiden.

Als erfahrene Medienproduktion, die sich bereits früh mit Künstlicher Intelligenz und den rechtlichen Rahmenbedingungen auseinandergesetzt hat, setzen wir bei muthmedia selbstverständlich alle Produktionen, bei denen KI zum Einsatz kommt, rechtskonform für Sie um.

FAQ zum Artikel 50 des EU AI Acts